Gipfelfreude nach den Strapazen (Foto Marita Schiller)
Falkenstein-Tour samt Wintermärchen
4 „hoglbuachane“ Powerfrauen der Waldvereinssektion Freyung trotzten dem winterlichen Intermezzo
Der Spätwinter zeigte sich von seiner Bilderbuchseite und so sorgten die Schneefälle der letzten Tage für traumhafte Verhältnisse. Mit Schneeschuhen oder Snowlines ausgerüstet trafen sich 4 Mitglieder des Bayerischen Wald-Vereins unter der Leitung von Wanderführerin Marita Schiller auf dem Parkplatz Scheuereck. Von dort führte die Route zunächst in die Höllbachschlucht und langsam bergauf bis zur Höllbachschwelle, die man nach ca. 1 Stunde Gehzeit erreichte, ein Zeugnis der Holzwirtschaft früherer Tage. Die idyllisch gelegene Schutzhütte lud zu einer kurzen Verschnauf- und Trinkpause ein, denn ab hier ging es stetig bergauf.
Die Wanderung durch diese urwüchsige Landschaft und schmalen Pfade entlang der Höllbachhänge erforderte schon einiges an Kondition und Trittsicherheit. Zum Schutz der Wildtiere wie Wanderfalken und Auerhuhn ist das Höllbachgspreng, der Wanderweg Heidelbeere zwischen den Höllbachfällen und dem Hüttensteig vorerst gesperrt. Das Naturschauspiel der Höllbach-Wasserfälle konnte die Wandergruppe trotz dieser Sperrung bestaunen, da der Wanderweg bis dorthin frei zugänglich ist. Mithilfe des alternativen Wanderweges „Silberblatt“, ein schmaler, steiler Steig, passierte man auch schwierige Stellen. Zum Beispiel musste man dreimal den Höllbach ohne Brücke überqueren, vorbei an massiven Schwefelfelsen, die mehrere Meter hoch aus dem Boden ragten und immer wieder umgefallene Bäume geschickt umgehen.
Nach der abenteuerlichen Wegeführung erwartete die Winterwanderer ein herrlicher Blick auf den 1.230 m hochgelegenen Sulzschachten, eine Hochweide für Jungrinder, die im Jahr 1755 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Danach waren nur noch wenige Höhenmeter zu überwinden, bis man den mittlerweile baumlosen Gipfel des Großen Falkensteins (1.315 m) erreichte.
Im Falkensteinschutzhaus wurde die Wandergruppe mit einer zünftigen Brotzeit und herrlichen Aussicht auf die schneebedeckten Baumwipfel belohnt. Aufgewärmt und gestärkt trat man den Rückweg an. Zunächst führte die Markierung „Esche“ in Serpentinen abwärts, bis man in den Wanderweg „Heidelbeere“ abbog, der wieder zur Höllbachschwelle und von dort zum Ausgangspunkt Wanderparkplatz Scheuereck führte.
So bleibt dieser Tag als ein kleines Wintermärchen im Gedächtnis: wild, still, fordernd und zugleich voller Schönheit, ein leises Glück, wenn man sich gemeinsam auf den Weg macht, ein Geschenk der Jahreszeit, das man dankbar mit nach Hause nimmt.
Text: Marita Schiller

